Vorträge zur Stadtgeschichte in der Stadtbibliothek Bad Langensalza

Der Förderverein der städtischen Museen Bad Langensalza e.V. lädt zu zwei Vorträgen über Themen zur Stadtgeschichte ein. Zwei Historiker widmen sich der Frage, welche Geschichten eigentlich historische Objekte und Quellen durch die wissenschaftliche Analyse und Auswertung erzählen können?

Am Freitag, dem 11. September 2026, steht das DAS VERSCHOLLENE SPÄTMITTELALTERLICHE „ROTE BUCH“ VON LANGENSALZA im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Sven Leiniger. Er forscht seit Jahren zu den historischen schriftlichen Quellen der Stadtgeschichte von Bad Langensalza und war bereits 2022 im Rahmen einer Vortragsveranstaltung des Vereins für Thüringische Geschichte e.V. in Bad Langensalza zu hören.

In seinem angekündigten neuen Vortrag begibt sich Dr. Sven Leiniger auf die Spurensuche nach einem besonderen historischen Buch, das sogenannte „Rote Buch“, welches einst unabdingbar für ein geregeltes Leben im spätmittelalterlichen Langensalza gewesen war. Mit folgendem Beitrag stellt der Referent seinen Vortrag vor:

Die Stadt Langensalza war spätestens im 15. Jahrhundert eine prosperierende Stadt mit einer stark emanzipierten Bürgergemeinde, die sich selbst mittels eines Rates verwaltete. Das niedere Gerichtswesen hatte die Bürgerschaft vom Stadtherrn erworben. Die Stadt war wirtschaftlicher Mittelpunkt des weiteren und näheren Umlandes und konnte sich mit Städten wie Eisenach und Gotha messen. In der Stadt wurden unterschiedlichste Güter des täglichen Bedarfs, aber auch Luxusgüter hergestellt und gehandelt. Eine wohlhabende städtische Oberschicht bestimmte zusammen mit dem landgräflichen Stadtherrn maßgeblich die Geschicke der Stadt. Aber auch Handwerksinnungen hatten sich herausgebildet und diese strebten nach Mitbestimmung bei städtischen Angelegenheiten.

Ein solch differenziertes städtisches Leben musste strukturiert werden. Hierzu gab es, wie heute auch, schon im Mittelalter Ordnungen, Regeln und Gesetze. Diese waren schriftlich festgehalten und zugänglich. Abgelegt waren sie im städtischen Archiv. Um die wertvollen Originale zu schützen, wurden Abschriften angefertigt. Diese Abschriften waren in einem besonderen Buch abgelegt und standen dem Rat und seinen Angestellten jederzeit zur Verfügung, um beispielsweise strittige Rechtsfragen zu klären. In Bad Langensalza war dieses Buch in rotes Leder eingebunden.

Während viele der Originale des städtischen Archivs beim großen Stadtbrand von 1711 verloren gingen, überstand das Buch diesen. So berichtete Carl Friedrich Göschel in seiner am Anfang des 19. Jahrhunderts erschienen Langensalzaer Chronik auf wenigen Seiten von diesem Buch und seinem Inhalt. Während Göschel vor annähernd zweihundert Jahren das „Rote Buch“ von Langensalza noch in den Händen halten konnte, ist es heute nicht mehr auffindbar. Sein Verschwinden und sein Verbleib sind ungeklärt.

Der Vortrag selbst befasst sich mit der Bedeutung sogenannter mittelalterlicher Farbbücher und mit der Suche nach dem „Roten Buch“. Weiterhin soll der durch Göschel überlieferte Inhalt dargestellt und in den historischen Kontext gebracht werden.

Der Förderverein der städtischen Museen Bad Langensalza lädt dazu ganz herzlich ein. Der Referent steht für Fragen nach seinem Vortrag gern zur Verfügung.

Kurz und knapp:

Vortrag von Dr. Sven Leiniger zum Thema: Das verschollene spätmittelalterliche „Rote Buch“ von Langensalza.
  • Datum: Freitag, 11. September 2026
  • Ort: Stadtbibliothek Bad Langensalza
  • Einlass/Beginn: 18:30 Uhr / 19 Uhr
  • Eintritt: 8 € im VVK, 10 € Abendkasse

Tickets im Vorverkauf sind im Stadtmuseum und in der Stadtbibliothek ab sofort erhältlich.

Bitte vormerken:

Am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, wird der nächste Vortrag des Fördervereins in der Stadtbibliothek Bad Langensalza stattfinden. Der Historiker Manfred Linck wird historische Steingeschosse vorstellen und dabei über deren militärhistorische Verwendung und Bedeutung sprechen. „Kaum zu glauben: Im Mittelalter schwere Artillerie in Thüringen und Langensalza“ lautet das Thema seines Vortrages.

Mehr dazu finden Sie im nächsten Heimatbote der Stadt Bad Langensalza.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch der Vorträge und bedanken uns im Voraus für Ihr Interesse.